Donnerstag, 5. Juni 2014

der letzte Tag und ein dazu noch ein ganz früher

Wir alle vier wollen heute ganz früh auf.
Die beiden Angler wollen spätestens 15 Uhr zurück sein, um auf dem Boot klarschiff zu machen und möchten daher zum frühangeln rausfahren.
Moreno und ich müssen früh los, da das "Speedboot" 6.50 Uhr nach Namsos ablegt. Und auch nur zu dieser Zeit. Kommen wir zu spät, dann wars das für diesen Tag. In unserem Fall wars das dann überhaupt.
Wir planen 45 Minuten für den Weg zu Fuss. Der Spaziergang am Morgen ist angenehm und wir sind überpünktlich.
Unseren gestrigen Kochazubi treffen wir auch an der Fähre. Er muss zur Berufsschule nach Røyrvik - ca. 1h von Leka weg. Er zahlt mit Schülerausweis übrigends 60 Kronen - das sind ca. 8,50€ für die Fahrt.
Wir sind nach Namsos ca. 2einhalb Stunden unterwegs und zahlen pro Person 333 Krönchen. Das sind hin und zurück weit über 85€uro (!). Ich könnt jetzt ein Krönchen vertragen....

Suchbild: Wo sitzt der Koch?
Aber die prima Reise mit ca. 50 km/h ist fantastisch. An uns fliegen nicht nur die uns bekannte weite See und große Buchten vorbei. Hinter Røyrvikgeht geht es in die Fjorde der anderen Häfen und durch enge "Schluchten" - ohne die Geschwindigkeit zu drosseln!

man beachte die Proportionen - ich meine die Hütte, nicht das schüttere Haar ;o)


...gehört wie Leka auch zur Provinz Nord-Trøndelagmit. Aber mit fast 13tausend Einwohnern siehts hier schon nach einer Stadt aus. Laut Touristeninfo soll es der Hauptort zum Shoppen sein.
Naja, wir haben uns die "Malls" mal alle angesehen. Ich bekam auch gleich totales Heimweh. Waren doch schon Ähnlichkeiten zum KaDeWe zu erkennen... äh, nein, ich meinte doch eher das Bahnhofscenter von Bernau :o)

Kulturell ist hier mehr los (Soll hier mehr los sein)
Was für uns Wacken Open Air (und NATÜRLICH Rechlins Fusion Festival (Mensch, wenn ich vergessen hätte das zu erwähnen ;o)ist, ist Norwegens "Rock City" in Namsos. Im gleichnamigen Hotel flirteten wir ein wenig mit den beiden Damen der Rezeption, die uns auch prompt nen Abriss zu allen wichitgen Örtlichkeiten gaben. Eine Empfehlung ist der Aufstieg zum Rock-City Felsen "Klompen", der sich etwas über 100m über der Stadt erhebt. Klar, dass wir da rauf pilgern werden. Es sind ja keine 30°C und als Erfrischung haben wir Würstchen, Eier und Bier mit ;o))))

Etwas Geschichte gibt es auch. Laut Wikipedia ist der Ort noch nicht mal 200 Jahre alt. Aber in dieser kurzen Zeit wurde der Ort bereits 3x völlig zerstört. 2x durch Feuer und einmal durch die deutsche Luftwaffe im April 1940. Die Idioten von "Kriegstrategen" waren der Meinung alles plattmachen zu müssen um dann einen Kanal als Bastion gegen die Britten durchzuziehen. Ich schätze mal, so wie der Ostwall hat auch diese Bastion Hunderte von Jahren Schutz geboten...
Im heutigen Stadtbild heißt der Kanal daher "Englischer Kanal"
Der Name Namsosed soll im amerikanischen Wörterbuch übrigens für "Totale Vernichtung" stehen.

rauf auf den "Rock City"-Rock - Schnauze voll!

Rock City von oben und...

...wieder alles prima
Nach der Wanderung und den Einkaufs- ähm was auch immer, kamen wir an einem originalem italienischem Ristorante vorbei. Ich dachte nur bei mir, jetzt geht das "Grappa-Trauma" bestimmt schon wieder los.
Also nichts wie rein. Wider Erwarten war das Restaurant brechend voll. Voll mit leeren Tischen und Stühlen. Wir waren die einzigen Gäste und mit Gästen konnten die beiden Jungs in der Küche wohl auch nicht viel anfangen. Nein, das war nicht korrekt. Sie konnten mit uns gar nichts anfangen. Schauten auf das Ciao nur ganz kurz hoch und nix weiter. Ich wurde schon nervös, wenn das so weitergeht: Die Fähre geht Punkt 4 und jetzt ist es schon 13 Uhr :o)
Aber keine Minute später - oder auch drei - kam der Chef persönlich rein und Moreno fragte ihn sogleich auf italienisch , ob er des selbigen mächtig seie
ich nehme an seine Urahnen kamen aus Konstantinopel - so konnte er die Frage zumindestens deuten Er schüttelte den Kopf und bevor er sich erklären konnte, schmetterteten wir ihm ein fröhliches Merhaba entgegen. Klar, dass wir nun auch nicht mehr hungrig waren und kurz darauf von dannen zogen.

In einem asiatischem Lokal hatten wir mehr Glück. Moreno bekam sein Süppchen und sogar etwas italienische Konversation. Zumindestens dachte die Wirtin, dass sie sich mit Moreno so unterhielt...
Trotzdem brachten wir etwas Stimmung in den Laden und erfuhren von den beiden asiatischen Zuwanderinnen einiges über Norwegens Bräuche ;o)
z.B. sind die Restaurants alle so leer, wenn es zu warm ist.
Schote Nr. 2: Moreno wollte ein Bierchen. Das wurde ihm gebracht, aber nur "versteckt". Zwar gabs das Bier schon offen sichtbar im Glas, dies aber nur zusammen mit einer leeren Büchse mit Aufschrift "Alkoholfrei". Der Hintergrund ist, dass unsere asiatische Kellnerin den Laden gerne alleine führt. Also ohne Chef und vor allem ohne männlichen Chef. Das hat aber zur Folge, dass sie kein Bier ausschenken darf. Dies geht nur mit männlichem Vorgesetzten, der dannzur Ausschankzeit auch anwesend sein muss. Na das nenn ich mal Gleichstellung - Hallo Europa ;o))))

Kurz vor drei haben wir eigentlich alles gesehen und waren schon auf dem Weg zur Fähre. Die wurde zum Glück schon eine Stunde vor Abfahrt eingesetzt - der gleiche Fährmann von heut morgen ließ uns rauf und was soll ich sagen: Es gab WLAN und richtig schnell und vor allem permanent stabil. Nun hätte die Abfahrt sich ruhig auch verspäten können. Denn nach einer Woche "Lotto-WLan" auf Leka fühlten wir uns nun wie rrrrrrrrrrichtige Zivilisten!

Pünktlich 16.00 Uhr gings wieder zurück...

Die Route kann mit Google Earth angesehen werden




...und pünktlich 18.30 waren wir wieder auf der Insel. Wie Heimkehrer von der Front standen wirklich Insulaner am Pier um die Ihrigen abzuholen. Welch Freude, auch Toni und Maik wollten uns abholen. Aber sie hatten große Not. Heute haben sie neben Fischies auch Muscheln zum Abenbrot mitgebracht. Leider ist uns der Weißwein ausgegangen.
Hmm, nachdem Moreno Schimpfe bekam, weil er Bier trinken wollte, obwohl er und ich nur einen Bruchteil an Bier kauften, hielten wir uns eher an Wein. Und nun gibts kein Weißwein mehr für die Muscheln. Dafür haben wir noch schlappe 20 Büchsen Bier...


Wie auch immer, wurden die Muscheln trotzdem irgendwie gezaubert und genauso schmeckten sie: Zauberhaft!!


Dann ging es ans Kofferpacken. Morgen wollen wir die 8.00 Uhr Fähre nach Gutvik (jaja, lange ists her...) nehmen


Gute letzte Nacht!

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